Freunde seit 35 Jahren: Die Partnerschaft mit Rwanda feiert Jubiläum
Das Jubiläum auf einen Blick
- Anlass: 35 Jahre Partnerschaft zwischen dem Kirchenkreis An Nahe und Glan und dem Presbytery Rubengera (Rwanda).
- Festgottesdienst: Sonntag, 6. September 2026, 10.30 Uhr in Waldböckelheim.
- Aktion: Neue Spendenkampagne „35 Jahre – 35 Euro“ zur Unterstützung der diakonischen Arbeit.
Seit 35 Jahren verbindet den Kirchenkreis An Nahe und Glan eine tiefe Freundschaft mit dem Presbytery Rubengera in Rwanda. Das Jubiläum soll im September 2026 mit einem festlichen Gottesdienst in Waldböckelheim gefeiert werden. Genau hier unterzeichneten der Kirchenkreis und der rwandische Partnerschaftsverein damals den Gründungsvertrag. Zudem ist Ende Juli der Besuch einer Delegation aus dem Kirchenkreis in Rubengera geplant.
Konkrete Diakonie: Von der Waisenhilfe bis zum Projekt „Junge Mütter“
Dreieinhalb Jahrzehnte lang haben sich viele Menschen in ehrenamtlicher Arbeit für Projekte konkreter Diakonie in der Partnerschaft eingesetzt. Nach dem Genozid in dem afrikanischen Land 1994 rief der Synodale Fachausschuss Rwanda (SFR) das Kinderfamilienprojekt ins Leben. Es ermöglichte Kindern und Jugendlichen, die ihre Eltern in dem Bürgerkrieg und später durch Aids verloren hatten, als Familien zusammenzubleiben und die Schule zu besuchen.
Inzwischen hat das 2018 aufgelegte Projekt „Junge Mütter“ nach drei Runden seinen erfolgreichen Abschluss gefunden. Es ermöglicht jungen Frauen, die ungewollt schwanger und von ihren Familien ausgegrenzt werden, sich eine eigene Existenz aufzubauen. Eine Weiterentwicklung, die heranwachsende Jungen und ihre Verantwortung für Kinder und Familie einbezieht, ist bereits in Planung. Auf diese Weise soll in der rwandischen Gesellschaft auf eine Veränderung des Bewusstseins zum drängenden Problem der häufigen Teenager-Schwangerschaften hingewirkt werden.
Neben diesen gezielten Projekten leisteten Spenderinnen und Spender aus der Nahe-Glan Region im Lauf der Jahre unter anderem Katastrophenhilfe, unterstützten die Renovierung von Häusern, ermöglichten Kindern den Schulbesuch oder sorgten für eine Krankenversicherung. So gelangte über das Spendenkonto des Kirchenkreises bislang rund eine Dreiviertel Million Euro nach Rubengera.
Gelebte Solidarität ist keine Einbahnstraße
Die Solidarität mit unseren Geschwistern in Rubengera beruht auf reziproker Unterstützung. Nach der verheerenden Flutkatastrophe im Ahrtal sammelten die Gemeinden in Rubengera umgerechnet 2.000 Euro, mit der die Seelsorgearbeit an den Flutopfern an der Ahr unterstützt wurde. Umgekehrt hat der SFR seinerseits eine Soforthilfe in Höhe von 5.000 Euro auf den Weg gebracht, als Rubengera im Jahr 2023 ebenfalls von einer schweren Flut heimgesucht wurde.
Hochrangige Gäste zum Festgottesdienst
Zum Festgottesdienst am Sonntag, dem 6. September, um 10.30 Uhr mit anschließendem Empfang haben sich hochrangige Gäste aus der Landeskirche und der Ökumene angesagt. Die Predigt wird Oberkirchenrätin Wibke Jansen halten. Zu Gast ist auch der Präsident der Presbyterianischen Kirche in Rwanda (EPR), Pascal Bataringaya. Alle Gemeinden des Kirchenkreises sind zu diesem zentralen Gottesdienst herzlich eingeladen und werden gebeten, an diesem Tag ausnahmsweise keinen eigenen Gottesdienst zu planen.
Spendenaktion: „35 Jahre – 35 Euro“
Zum Jubiläum startet der Synodale Fachausschuss Rwanda (SFR), Träger und Motor der Partnerschaft, eine neue Spendenaktion. Mit einer Zuwendung über 35 Euro helfen Sie direkt dabei, dieses bewährte Erfolgsmodell der Partnerschaftsarbeit und wichtige Projekte vor Ort weiter zu unterstützen.
Empfänger: Kirchenkreis An Nahe und Glan
Bank: Sparkasse Rhein-Nahe
IBAN: DE51 5605 0180 0010 1998 18
Stichwort: 35 Jahre – 35 Euro
Text: Marion Unger
Foto: Im Centre Ubucuti finden junge Mütter mit ihren Babys eine Notunterkunft, wenn sie von ihren Familien ausgegrenzt werden. (Foto: Emmanuel Hakizimana)
