Mit einem festlichen Gottesdienst in Waldböckelheim feierte der Evangelische Kirchenkreis An Nahe und Glan 35 Jahre Partnerschaft mit dem Presbytery Rubengera in Ruanda. Zahlreiche Gäste, darunter der Präsident der Eglise Presbytérienne au Rwanda (EPR), Pascal Bataringaya, fanden sich zu dem zentralen Partnerschaftsgottesdienst ein.
Zahlen & Fakten zur Partnerschaft
- Gründung: 1991 wurde die Partnerschaft mit einem Vertrag in der Waldböckelheimer Bergkirche offiziell besiegelt.
- Solidarität: Das Presbytery Rubengera spendete 2021 rund 2.000 Euro für die Flutopfer im Ahrtal – eine Summe, die einem durchschnittlichen Jahresgehalt in Ruanda entspricht.
- Projekt „Kinderfamilien“: Bis 2018 wurden mehr als 1.500 verwaiste Jugendliche unterstützt, um Schul- und Berufsausbildung sowie Gesundheitsversorgung zu gewährleisten.
- Auszeichnung: 2016 erhielt der Kirchenkreis in Kigali den ersten Partnerschaftspreis der Vereinten Evangelischen Mission.
Ein Fest der Begegnung und Amtseinführungen
Im Rahmen des Gottesdienstes führte Superintendentin Astrid Peekhaus Pfarrerin Abigajil Bock als neue Synodalassessorin und Pfarrerin Noreen Weyl als 1. Stellvertretende Skriba in ihr Amt ein. In ihrer Predigt beschrieb Peekhaus, mit Bezug auf einen Paulus-Brief an die Epheser, die Beziehung zum Presbytery Rubengera als Raum für gemeinsames Lernen, Beten und Glauben und bedankte sich für „35 Jahre Weggemeinschaft“.
Hilfe auf Augenhöhe und tiefe Verbundenheit
In einem Rückblick hoben die Vorsitzende des Synodalen Fachausschusses Rwanda (SFR), Andrea Hügle, und ihre Stellvertreterin Karin Althaus-Grewe die Beziehung auf Augenhöhe hervor. Die Unterstützung auf dem Weg zur Versöhnung nach dem Genozid wurde auch von Pascal Bataringaya beim anschließenden Empfang besonders gewürdigt. In Ruanda gilt die Freundschaft zwischen Rubengera und dem Kirchenkreis An Nahe und Glan heute als Vorbild für weitere Partnerschaften.
Oberkirchenrätin Wibke Jansen würdigte im Namen der Kirchenleitung der rheinischen Kirche die langjährige Beziehung, die über Länder und Kontinente hinweg als Raum der Begegnung diene. Auch das Land Rheinland-Pfalz, vertreten durch Anna Katrin Schmidt (Ruanda-Referat der Staatskanzlei) und Layla Engeln (Partnerschaftsverein Rheinland-Pfalz-Ruanda), zollte der Partnerschaft seinen Beifall.
Ein neues Kapitel: Diakonie-Projekt für Jugendliche
Das 35-jährige Jubiläum markiert zugleich den Beginn eines neuen Diakonie-Projekts: Die Unterstützung von Teenager-Müttern wird ausgeweitet und nimmt nun auch junge Männer in den Blick, um eine aufgeklärte und verantwortungsbewusste Jugend zu fördern. Zum ersten Mal ist bei der Finanzierung dieses Vorhabens auch das Land Rheinland-Pfalz mit an Bord.
